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Myanmar |
Einwohnerzahl (Weltrang): 48 320 000 ()
Fläche (Weltrangplatz):
676 000 km² ()
Hauptstadt: Rangoon
Autokennzeichen: MYA |
Name bis 1989: Birma bzw. Burma
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Reiseberichte / Texte zu Myanmar
M Y A N M A R - Land der Bambushütten und Pagoden
Man nennt Myanmar –
das ehemalige Burma – das Land der tausend Pagoden. Wahrscheinlich ist die
tatsächliche Zahl ein Vielfaches davon. Wenn man im Bus oder Zug unterwegs ist
kann man oft fünf und mehr Pagoden (Stupas) gleichzeitig sehen. In den alten
Königstädten Mandalay und Bagan, den beliebtesten Zielen der Touristen, sind es
Dutzende. In Bagan mit seinem heute dörflichen Charakter wurden zwischen dem 11.
und dem 13. Jahrhundert 5000 Tempel gebaut, von 2000 stehen noch Ruinen, und
eine kleine Zahl ist restauriert. Einige der Stupas kann man besteigen - es ist
steil und anstrengend –, doch man wird mit einem atemberaubenden Panorama von
Pagoden belohnt, das insbesondere im Dunst des frühen Morgens oder in der
Abenddämmerung stimmungsvolle Bilder liefert. Wer das Erlebnis eines Vogels
bevorzugt, kann im Heißluftballon über das Areal gleiten. Auch in Mandalay, dem
kulturellen und religiösen Zentrum des Landes: Klöster und Stupas soweit das
Auge reicht. 50 000 Mönche sollen hier leben.
Die Buddhafiguren
mögen im Laufe der Zeit zentimeterdicke Goldschichten bekommen haben durch die
hauchdünnen Blättchen, die die Gläubigen ankleben, doch die Mehrheit der
Bevölkerung ist bitterarm und lebt in Bambushütten ohne Wasserleitung und oft
auch ohne Strom. Das Wasser muss meist aus großer Entfernung angekarrt werden.
Das ist die Realität des einfachen archaischen Lebens das uns oberflächlich
betrachtet so romantisch erscheinen mag. Myanmar ist ein Agrarland. Über fünfzig
Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. Der Durchschnittslohn
eines Arbeiters liegt bei einem Euro pro Tag. Das reicht kaum fürs Nötigste..
Die vielen Arbeitslosen , über deren Zahl es keine Statistik gibt, kämpfen ums
nackte Überleben. Insofern ist die Öffnung des Tourismus und die Privatisierung
der Wirtschaft ein Segen für die Menschen. Investitionen werden getätigt,
Hunderttausende von Arbeitsplätzen geschaffen.
Das Erste was der
ankommende Tourist vom Myanmar sieht ist die quirlige Hauptstadt Yangon, in
deren Zentrum die Straßen von Kolonialbauten, arg ramponierten Wohnhäusern und
ein paar fremdartig wirkenden neuen Hotels geprägt sind. In den Außenbezirken
dominieren aber nach wie vor die Bambushütten. Die größte Sehenswürdigkeit und
das Wahrzeichen der Stadt ist die Shwedagon Pagode, ein wahrhaft beeindruckendes
Bauwerk voller Symbolik und unermeßlichen Kunstschätzen. Um den großen Stupa im
Zentrum der Plattform, zu der Aufgänge von allen Himmelsrichtungen
hinaufführen, gruppieren sich 68 kleinere, sowie 64 Tempel und Andachtshallen,
72 Pavillons; Buddhastatuen, Darstellungen der Planeten und Wochentage,
mythische Figuren und heilige Bodhi-Bäume. Der zentrale Stupa ist, sagt man,
mit 60 Tonnen Gold überzogen. Der Schirm und die Kugel, die ihn krönen als
Symbole des Himmlischen sind mit Tausenden von Diamanten, Saphiren, Rubinen und
goldenen Glöckchen verziert. Der größte Diamant, der die Spitze bildet, hat 76
Karat. Tausende von Gläubige kommen jeden Tag zur Shwedagon Pagode um ihrem
Religionsstifter zu huldigen und seinen Segen zu erbitten. Auch die Touristen
tauchen ein in die wunderbar friedliche Stimmung.
Es gibt noch eine
Reihe weiterer sehenswerter Pagoden in Yangon.Ebenso einen Besuch verdienen das
nationale Museum und der Kandawgyi See. Für einen interessantenTagesausflug ist
Bago zu empfehlen.
Zur Reiseroute der
meisten Touristen gehört der Inle See im Nordosten des Landes, berühmt wegen
seiner Ein-Bein-Ruderer und der schwimmenden Gärten. Und um sich von den
Anstrengungen der Besichtigungstouren zu erholen kann man wunderbar am Meer
entspannen. Ngapali, Chaunggtha und Ngwe Hsaung sind die bekanntesten Strände,
und die mit guter Infrastruktur. Ngapali, im Angebot der Reiseveranstalter, ist
vielleicht die beste Alternative, die anderen zwei sind leicht vonYangon aus zu
erreichen, mit Taxi, Bus oder Schiff. Von den beiden hat Ngwe Hsaung den
schöneren Strand und bessere Hotels aber sonst nicht viel zu bieten. Chaunghta
ist der Badeort der Einheimischen und sehr kurzweilig. In guten Restaurants gibt
es die leckersten Meeresfrüchte zu niedrigen Preisen.
Die
Touristikunternehmen bieten pauschale Gruppenreisen an oder persönliche
Reiseleitung, was in Myanmar vergleichsweise sehr preiswert ist. Es besteht auch
die Möglichkeit sich aus Bausteinen das Programm selber zusammenzustellen. Auch
für Individualtouristen empfiehlt es sich – soweit möglich - Inlandsflüge und
Hotels von zuhause aus zu buchen, da die Preise wesentlich niedriger sind als
vor Ort. Im größten Teil des Vielvölkerstaates kann man sich mittlerweile frei
bewegen, Restriktionen bestehen u.a. noch in Teilen der Shan- und
Karen-Regionen. Die allermeisten Straßen sind in einem verheerenden Zustand.
Deshalb empfiehlt es sich, größere Strecken nicht mit dem Bus zurückzulegen, und
wenn, dann nicht mit den alten überfüllten staatlichen, sondern mit den
moderneren privaten Express-Bussen. Mietwagen mit Fahrer ist eine Alternative
mit optimalem Verhältnis von Preis, Leistung und Erlebnis . Auch bei den Zügen
gibt es staatliche und komfortablere private, nur annähernd europäischen
Standard sollte man nicht erwarten. Myanmar ist von zahlreichen großen und
kleineren Flüssen durchzogen. Wo Orte durch Schiffverkehr verbunden sind, sollte
man davon Gebrauch machen; diese Art des geruhsamen Reisens, wo die Landschaft
langsam an einem vorbei gleitet, ist ein echter Genuß.
Als beste Reisezeit
gilt Ende Oktober bis Ende Februar, allerdings kann es in dieser Zeit im Norden
(Mandalay, Bagan, Inle See) abends empfindlich kühl werden, auch unter 10 Grad.
März bis Mai ist meist trocken, aber sehr heiß.
In Myanmar sind die
touristischen Pfade noch nicht ausgetreten. Für letztes Jahr wurde eine
Besucherzahl von 600 000 genannt, das bedeutet eine Verdreifachung in vier
Jahren. Viele Ecken gibt es nicht mehr auf dieser Welt, wo die Menschen noch so
unverdorben, und trotz aller Mühsal des Lebens so fröhlich und liebenswürdig
sind. Die Begegnung mit ihnen ist vielleicht das größte Erlebnis einer Reise
nach Myanmar, und die schönste Erinnerung, die man mit nach Hause nimmt.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des
Rechteinhabers, © by Heiko Trurnit
2007
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