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INFO BOX |
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Sri Lanka |
Einwohnerzahl (Weltrang): 19 232 000 (52)
Fläche (Weltrangplatz):
65 610 km² (119)
Hauptstadt: Colombo
Autokennzeichen: CL |
Name bis 1972: Ceylon
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Reiseberichte / Texte zu Sri Lanka
Sri Lanka – Perle im Indischen Ozean
Perle im Ozean, geheimnisvoller Smaragd, strahlend leuchtendes Land sind nur
einige der Namen, die man dem Tropenparadies im Indischen Ozean gegeben hat,
das mit die schönsten Palmenstrände der östlichen Hemisphäre zu bieten hat, aber
auch eine wunderbare immergrüne Bergwelt mit Nationalparks, die diesen Namen
wirklich noch verdienen.
Verheerend für das Traumland und seinen Tourismus als wichtige Einnahmequelle
hatte sich der fast zwanzigjährige Unabhängigkeitskrieg ausgewirkt, den die
Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), geführt von einigen Tausend
Extremisten, gegen die Regierung in Colombo führte. Nachdem endlich im
Dezember 2001 ein Waffenstillstand geschlossen wurde, konnte Sri Lanka langsam
den Ruf eines Krisengebietes abschütteln. Es herrschte Aufbruchstimmung. Es
wurde wieder investiert. Die ausländischen Besucher kamen zurück. Dann schlug im
Dezember 2004 die Riesenwelle zu, tötete Tausende, machte Hunderttausende
obdachlos, verscheuchte die Touristen erneut. Viele Menschen sind auch heute
noch in behelfsmäßigen Unterkünften untergebracht, in Meeresnähe sieht man
entlang der Straßen die Ruinen zerstörter Häuser. Im Gegensatz dazu sind die
Schäden an den Hotels längst behoben und die Traumstrände präsentieren sich so
malerisch wie eh und je. Die Stammgäste aalen sich schon wieder in der Sonne,
die Buchungen bei den großen Reiseveranstaltern und dem speziellen
Ayurveda-Anbieter Lotus-Travel
ziehen erfreulicherweise an. So können Arbeitsplätze zurück gewonnen werden.
Die beste Reisezeit für die Küstenregionen im Süden und Westen des Landes sind
die Monate November bis März, auch der feuchtheiße April ist noch erträglich, da
immer eine Brise weht. In den Bergen sind die Temperaturen am Tag um circa 10
Grad niedriger, in der Nacht kann es auch mal empfindlich kühl werden. Hier sind
die trockensten Monate Januar bis April sowie August und September. Doch selbst
wenn es regnet: Bei Einem tropischen Schauer schüttet es zwar heftig, aber
meist nur kurz. Das Binnenland kann durchaus als Ganzjahresziel gelten. Ja, und
durch dessen herrliche Bergwelt mit seinen Wäldern, Flüssen, Wasserfällen,
Nationalparks und Teeplantagen habe ich kürzlich eine kleine Rundreise gemacht.
Geflogen bin ich mit der Srilankan Airline, die sich unter dem Management der
Emirates Airlines zu einer der modernsten Fluggesellschaften gemausert hat.
Nichts hat sie mehr gemein mit der alten Air Lanka, die nach ihren Initialen
gerne als „Always Late“ charakterisiert worden war. Die Gesellschaft hat eine
reine Airbus-Flotte. Neben dem hervorragenden Service gefiel mir besonders, dass
alle Sitze auch in der Economy mit Monitor, vielen Videokanälen und –spielen
ausgestattet sind. Der Flug verging wie im Fluge. In Sri Lanka wie in anderen
asiatischen Ländern empfiehlt es sich nicht, einen Wagen zu mieten. Die
Fahrweise der sonst so sanften Buddhisten erscheint uns doch chaotisch, und wer
kann schon Singhalesisch, um die Straßenschilder entziffern zu können. Daher
vertraute ich mich für die Rundreise dem renommierten Unternehmen Aitkin Spence
Hotels und Travels an, das unter anderem mit TUI und Öger zusammenarbeitet. Es
war eine gute Wahl. Alles klappte hervorragend, Wir waren zu fünft unterwegs
plus Fahrer und unserem Reiseführer Bandula, der auf jede Frage eine Antwort in
fließendem Deutsch geben konnte. Unglaublich was der in 24 Fächern ausgebildete
Mann alles wusste, und witzig war er auch noch.
Vom berühmten Hotel Mount Lavinia südlich von Colombo, wo wir die erste Nacht
verbrachten und schon mal in den Köstlichkeiten der vielseitigen Küche des
Landes schwelgten, fuhren wir in das Herz des zentralen Hochlandes. Erste
Station war das idyllisch am Kelani Fluß gelegene Kitulgala. Hier war die Brücke
gebaut worden für den in Thailand spielenden Film „Die Brücke am River Kwai“.
Dann ging es nach Nuwara Eliya „über den Wolken“, dem beliebtesten Luftkurort
mit britischem Flair auf 1890 m Höhe, dessen Umgebung bestimmt wird durch die
grünen Sträucher der schier endlosen Teeplantagen, die die Hügel bedecken. In
mitten der Hügel liegt einsam das Tea Factory Hotel, das von einer Teefabrik aus
dem 19. Jh. in ein komfortables Hotel mit einzigartig origineller Atmosphäre
umgewandelt wurde, beließ man doch einen großen Teil der alten Maschinerie im
Gebäude. Die abendlichen Ausblicke von hier auf die von Nebelschwaden
überzogenen Hügel mit den Teeplantagen sind wahrlich stimmungsvoll.
Am Tage bietet das im Sonnenlicht glänzende satte Grün der Teeplantagen im
Kontrast mit den tamilischen Pflückerinnen in ihren farbenprächtigen Saris
wunderbare Fotomotive. Was uns so schön erscheint, ist für die Arbeiterinnen auf
dem insgesamt 230 000 ha großen Teeanbaugebiet allerdings ein knochenharter Job.
Den lieben langen Tag füllen sie ihre Körbe auf dem Rücken immer aufs Neue mit
der Knospe und den zwei obersten Blättern, die für die besten Teesorten
verwendet werden. Der Lohn ist niedrig, und um ihre Familien ernähren zu können,
müssen sie das ihnen vorgegebene Soll wesentlich übertreffen. Die Teesträucher
, eigentlich regelmäßig gestutzte Bäume, sind sehr robust und müssen nicht
gespritzt werden. Tritt doch einmal Ungeziefer auf, wird die Ernte für drei
Monate unterbrochen.
Am nächsten Tag besichtigten wir eine Teefabrik, um zu erfahren, wie die
Teeblätter sortiert, gewalzt und fermentiert werden. Die Weiterfahrt nach Kandy
führte auf Serpentinen und an steilen Abhängen vorbei durch ein bezauberndes
Panorama mit tiefen Tälern, beeindruckenden Wasserfällen, Plantagen und
Eukalyptuswäldern. Nicht sonderlich attraktiv fand ich das berühmte Kandy
selbst. Da sind die alten Königstädte Anuradhapura und Polonnaruwa mit ihren
antiken Stätten wesentlich interessanter. Wir besuchten sie diesmal nicht. Ich
kenne sie von früheren Besuchen, und kann nur empfehlen, sie auf einer Reise
durch das Innere des Landes nicht auszulassen. Sehenswert in Kandy ist
allerdings der von den Einheimischen hoch verehrte Zahntempel, der einen Zahn
Buddhas beherbergen soll. Sehr reizvoll sind auch Aufführungen der
traditionellen Kandy-Tänze. Unsere Damen waren begeistert von den Sari-Läden.
Nach einer Übernachtung in dem exklusiven Earl’s Regency hoch über Kandy stand
Sigiriya auf dem Programm, eine der hervorragendsten Sehenswürdigkeiten.
Sigiriya ist eine alte Festung mit einem beinahe 200 m hoher Felsen als
Mittelpunkt, der sich aus dem flachen Land wie ein Pilz erhebt. Um an den
schmalen, steilen, Schwindel erregenden Treppen hochzusteigen bedurfte es bei
meiner Höhenangst einigen Mutes. Es folgte ein absoluter Höhepunkt: Elephanten
in freier Wildbahn. In einem Jeep fuhren wir durch den Minneriya Nationalpark.
Lange sahen wir nichts. Ich dachte: Wieder das Gleiche wie so oft.
Aber dann plötzlich zehn Meter von uns ein mächtiger Bulle, der wütend
schnaubte und mit den Ohren wedelte, als er sich durch uns gestört fühlte. Wir
flüchteten. Kurze Zeit später konnten wir genauso nahe und diesmal in völliger
Ruhe eine ganze Herde mit circa 40 Tieren, darunter ein paar Babys, beobachten.
Es war atemberaubend.
Am folgenden Tag im Elefanten Waisenhaus in Pinnawala schauten wir 70 Elefanten
beim Baden im Fluss zu. Aber die Tiere erschienen mir anders: magerer,
lethargischer. Was mich wunderte war, dass die meisten sich nicht mal ins Wasser
legten, sondern nur rum standen. Aber es sind ja auch alte, kranke, verletzte
Tiere, die hier dankenswerter Weise versorgt werden. Dann ging es ans Meer. In
Beruwela übernachteten wir im exklusiven Neptune Hotel, um danach noch einige
andere Hotel zu besichtigen, wie das Siddhalepa Ayurveda Health Resort in
Wadduwa und das Golden Sun Resort in Kalutara. Vom Tsunami waren keine Spuren
mehr zu sehen.
Am Nachmittag machten wir eine Stadtrundfahrt durch Colombo. Es gibt ein paar
Sehenswürdigkeiten, Kolonialbauten und Tempel. Ein tolles Erlebnis ist der
wuselige Pettah Markt. Wie in alten Zeiten ziehen und schieben hier halbnackte
Männer Karren mit riesigen Lasten durch die überfüllten Straßen, an denen sich
Geschäft an Geschäft, Stand an Stand reiht. Es ist laut, farbig, und es stinkt.
Es ist einfach großartig. Als Kontrastprogramm bietet sich das Gallery Café an
mit seinem künstlerischen Ambiente.
Das letzte Ziel unseres Trips war der unweit des Flughafens gelegene Fischerort
Negombo, an dessen nördlichem Ende sich viele Hotels angesiedelt haben. Der
Strand ist schön breit, aber wie das Wasser nicht so sauber wie weiter im Süden.
Interessant war der Fischmarkt, pittoresk die Katamarane mit den viereckigen
farbigen Segeln. Mit seiner überwiegend katholischen Bevölkerung und seinen 38
Kirchen wird Negombo liebevoll-scherzhaft auch als Klein-Rom betitelt.
Sri Lanka hat viel zu bieten: Unglaublich vielfältige Landschaften, großartige
Kulturschätze, die Begegnung mit östlichen Philosophien, die Freundlichkeit der
Menschen, das delikate Essen mit dem Duft von Zimt, Kardamom, Curry und Ingwer,
und die ganzheitliche Wahrnehmung von Körper, Geist und Seele durch die
Heilwissenschaft Ayurveda. Sagte Bill Clinton, der sich seit dem Tsunami für die
Hilfe zur Selbsthilfe Sri Lankas einsetzt: „Wenn Sie etwas für das Land tun
wollen, besuchen Sie es“. Ich möchte ergänzen: „Sie tun auch etwas für sich
selbst“. Die Ceylonesen heißen ihre Besucher mit einem herzlichen „Ayubowan“
willkommen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des
Rechteinhabers, © by Heiko Trurnit
2006
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