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INFO BOX |
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Thailand |
Einwohnerzahl (Weltrang): 62 014 000 (19)
Fläche (Weltrangplatz):
513 115 km² (49)
Hauptstadt: Bankok
Autokennzeichen: THA |
Thaïlande - Tailandia
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Reiseberichte zu Thailand
Höhlen, Wasserfälle, Elefanten und die
Brücke
In der Tagespresse ist es
nicht so richtig zum Ausdruck gekommen wovon ich mich vor Ort selber überzeugen
konnte: Viele Inseln an Thailands Andaman-Küste wurden von der Flutkatastrophe
im Dezember nicht oder kaum betroffen, so zum Beispiel alle südlich von Koh Phi
Phi , sowie Koh Chang und Koh Phayam in der Provinz von Ranong. Ansonsten sind
die Schäden überall außer auf Koh Phi Phi und in Koh Lak behoben.
In Thailand locken nicht
nur die Strände. Neben den kulturellen Sehenswürdigkeiten wie den alten
Königsstädten Sukkothai und Ayutthaya sind es vor allem auch die Bergregionen im
Norden und Westen die die Touristen ins Land des Lächelns ziehen. Kanchanaburi –
zwei Autostunden von Bangkok entfernt – ist der ideale Ausgangspunkt um die
reizvollen an der Grenze zu Myammar (Burma) gelegenen Landschaften zu erkunden.
Die größte Attraktion von
Kanchanaburi aber sind zweifellos die Zeugnisse einer der düstersten Episoden
des 2. Weltkrieges, des Baus der „Death Railway“. Am 7. Dezember 1941 hatten die
Japaner Pearl Harbour bombardiert, noch im gleichen Monat begannen sie ihre
Invasion in Indonesien, Borneo, Malaysia, Thailand und den Philippinen. Thailand
leistete nur kurz Widerstand, arrangierte sich mit den Japanern, und erklärte
Großbritannien und den USA den Krieg, eine Entscheidung der Regierung die vom
Volk nicht mitgetragen wurde. Im Februar 1942 fiel auch Singapore in die Hände
der Japaner. Die Britischen Truppen mit 85 000 Mann ergaben sich bedingungslos
den 25 000 japanischen Veteranen aus dem China-Krieg. Winston Churchill, der
seine Landsleute aufgefordert hatte, bis zum Tod zu kämpfen, bezeichnete das als
die verheerendste Niederlage in der Geschichte Großbritanniens. Es folgte der
Angriff auf Burma, und auf der Höhe seiner Macht im Jahre 1942 beherrschte Japan
ganz Südostasien , Korea und große Teile Chinas. Schnell mussten die Eroberer
jedoch feststellen dass die Seehoheit den Allierten gehörte. Aus dieser
Erkenntnis entstand der Plan des 415 km langen Eisenbahnbaus von Kanchanaburi in
Thailand nach Burma um die dort stationierten japanischen Armeen zu versorgen,
und im weiteren strategischen Denken eine Verkehrsverbindung von Singapore bis
Indien und noch weiter zu schaffen.
Die Japaner verlegten in
Gefangenschaft befindliche Briten, Holländer, Australier und Amerikaner nach
Burma und Thailand um am 16.9.1942 mit den Arbeiten an der Bahnstrecke zu
beginnen. Die Bauzeit war ursprünglich auf mindestens 5 Jahre geschätzt worden,
aber unter brutalstem Druck auf die 61 000 eingesetzten Kriegsgefangenen und
die mehr als 200 000 asiatischen Arbeiter – die meisten davon Zwangsarbeiter –
wurde die „Death Railway nach nur 16 Monaten am 25.12.1943 fertiggestellt. Die
Arbeitsbedingungen waren unmenschlich: Bei über 30 Grad schufteten die
Gefangenen täglich 14 Stunden, manchmal auch 18. Zu essen gab es eine Schale
Reis und manchmal eine wässerige Suppe. Wer krank war wurde mit Schlägen zur
Arbeit getrieben bis er zusammenbrach. Cholera, Malaria, die Ruhr und tropische
Geschwüre im Verein mit der Unterernährung und Folterungen forderten täglich
rund 240 Opfer. 16 000 Kriegsgefangene und 100 000 Zwangsarbeiter mussten die
unglaublichen Leiden mit ihrem Leben bezahlen.
Symbol dieses unsäglichen
Kapitels der japanischen Geschichte ist die Brücke über den River Kwai, durch
David Lean’s Verfilmung des fiktiven Romans von Pierre Boulle weltberühmt
geworden. Eine hölzerne Brücke, wie sie im Film dargestellt ist, hatten die
Japaner als temporäre Lösung bauen lassen, schon im April 1943 aber wurde die
Stahlbrücke eröffnet , die heute das Wahrzeichen von Kanchanaburi ist. Mehrmals
war sie von den Alliierten bombardiert, aber immer repariert worden, zuletzt
nach Kriegsende.
Einen kleinen Eindruck von
der Schwierigkeit des Baus der Bahnstrecke erhält man auf der Fahrt von
Kanchanaburi nach Nam Tok, der heutigen Endstation. Zuerst durch Mais-,
Zuckerrohr und Papayafelder führend, dann am Kwae Noi River entlang, auf den man
schöne Ausblicke hat, überquert der Zug an Steilhängen mehrere abenteuerliche
Viadukte, die ursprünglich nur durch eine Unmenge Holzstangen gestützt waren,
heute aber eine solidere Konstruktion besitzen.
Vor der River Kwai Brücke
befindet sich das Kriegsmuseum, das eine japanische Lokomotive und mehrere
Fahrzeuge beherbergt , sowie durch gestellte Szenen die Zustände während des
Baus der Bahn zu vermittelt versucht. Ein besseres Verständnis der
katastrophalen Lebensbedingungen der Kriegsgefangenen bekommt der interessierte
Besucher in dem vom Kloster Chaichumphon unterhaltenen Jeath War Museum. Hier
steht eine originalgetreue Nachbildung einer für die damaligen Gefangenen
üblichen langgestreckten beklemmend engen Unterkunft aus Bambusholz mit
durchgehender Schlafpritsche. In ihr sind Fotografien, Zeitungsartikel und
Memorabilien ausgestellt, die einen die Schrecken jener Epoche erahnen lassen.
Ein Teil der
Kriegsgefangenen, die beim Bau der Death Railway umkamen, zumeist Briten und
Holländer, sind in Kanchanaburi beigesetzt. 6982 Gräber hat der Kanchanaburi War
Cemetery und 1750 der auf dem Gelände eines ehemaligen Camps gelegene Chonk-Kai
War Cemetery. Neben Letzterem ist eine lang gewundene Höhle zu besichtigen, die
den Japanern und ihren Gefangenen bei Luftangriffen als Schutz diente. Wirklich
bewundernswert ist wie liebevoll die Soldaten-Friedhöfe von den Thailändern
gepflegt werden.
Täglich kommen Reisebusse
von Bangkok mit Tagesausflüglern, denen die Mahnmale des Krieges im
Schnelldurchlauf vorgeführt werden. Dabei hat die Provinz von Kanchanaburi viel
mehr zu bieten: Eine großartige Landschaftsszenerie, charakterisiert durch zwei
riesige Staudämme, malerische Flüsse, viele Wasserfälle und Höhlen, die schon
von Steinzeitmenschen bewohnt waren. Es lohnt sich ein paar Tage nach
Kanchanaburi zu kommen, besser aber nicht am Wochenende, wenn Tausende von
Bangkokianern einfallen, die es lieben auf Disko-Booten auf dem River Kwai Noi
lautstarke Feste zu feiern. Zwei km weiter am River Kwai Yai reiht sich ein
Guesthouse an das andere, manche mit sehr schönen Bungalows. Ich empfand
allerdings die am Tage vorbeiknatternden Schnellboote als störend. Im Zentrum,
im bestens geführten V.L. Guesthouse, bekam ich ein kleines aber sauberes und
gut ausgestattetes Zimmer mit Aircondition und Warmwasser für 7 Euro. Hier war
ich auch in der Nähe der Geschäfte und Märkte, und unweit der schwimmenden
Restaurants, wo man abends bei stimmungsvollem Ambiente in den Köstlichkeiten
der Thailändischen Küche schwelgen kann.
Innerhalb der Stadt kommt
man mit einem Motorradtaxi für 40 Cents von einem Ende zum anderen. Eine
Alternative ist das Fahrrad. Für Fahrten in die weitere Umgebung kann man sich
ein Leichtmotorrad mieten, das schon für 5 Euro zu haben ist. Für Ausflüge
sollte sich der Unkundige aber vielleicht besser den lokalen Agenturen
anvertrauen, wo man pro Tag je nach Programm zwischen 10 und 18 Euro bezahlt.
Ich habe beste Erfahrungen gemacht mit der „Good Times Travel Services“, die bei
tadelloser Organisation interessante Touren für kleine Gruppen zusammenstellt.
Mit unserer lustigen Tourleiterin Muu waren die Trips das reine Vergnügen. (Muu
heißt Schwein. Es ist eines der buddhistischen Jahres-Tierkreiszeichen die gerne
als Spitzname genommen werden, wie z.B. auch Huhn oder Ratte).
Highlights der Touren sind:
- Besuch eines Karen-Dorfes mit Elefanten-Camp, Baden mit den Tieren im
Fluß, Trecking. Die Karen sind Flüchtlinge aus Burma, wo ihr Volk seit über 50
Jahren für seine Gleichberechtigung kämpft.
- Schwimmen und Wandern am Erawan-Wasserfall mit seinen sieben Kaskaden. Es
ist vielleicht der schönste Wasserfall in ganz Thailand.
- Erkundung einer der vielen Tropfsteinhöhlen. Besonders spektakulär sind
die Lawa Cave und die Phra Tat Cave.
- Besichtigung des Hellfire Passes an dem stillgelegten Teil der „Death
Railway“, wo die immensen Probleme des Baues besonders deutlich werden, mussten
doch bis zu 25 m tiefe Einschnitte in den Fels gehauen werden, zum größten Teil
mit Handwerkzeugen.
- Rafting auf einem der vielen Wasserwege.
- Besuch des Tiger-Tempels, eines von Mönchen betreuten Asyls für Tiere
verschiedenster Art: Gibbons, Pfaue, Wildschweine, Rehwild, Büffel und natürlich
Tiger, die man aus allernächster Nähe betrachten kann. Mir war schon ziemlich
mulmig bis auf drei Meter an sie heranzugehen ohne jeglichen Schutz.
Auf die wahren
Naturliebhaber warten der Saiyok Nationalpark und das Gebiet um den Srinakharin
Staudamm, wo es viele Unterkunftsmöglichkeiten gibt, zumeist auf dem Wasser. Wer
Näheres wissen möchte, erkundigt sich beim effizienten staatlichen Tourist
Office in Kanchanaburi. Die beste Reisezeit ist nach der Regenzeit, ab Oktober
bis Dezember. Dann sind die Wasserfälle wirklich beeindruckend. Erträglich ist
das Klima auch danach, aber es wird zunehmend heißer. Und im Mai beginnt die
Regenzeit.
Thailand ist wie eine
Droge. Wer einmal dort war, den zieht es immer wieder hin. Was einen in diesem
Land so aufleben lässt, ist die Freundlichkeit und der Charme der Menschen,
ihre herzerfrischende Fröhlichkeit. Ich glaube, es war Joseph Conrad der es so
oder so ähnlich formulierte: Wer Asien nicht kennt, weiß nichts von der Welt.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des
Rechteinhabers, © by Heiko Trurnit
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